Amcor beteiligt sich an einem dreijährigen Kunststoffrecyclingprojekt unter der Leitung des Dänisches Technologisches Institut. Die gemeinsam finanzierte Innovationspartnerschaft trägt den Namen «Circular Recycling Innovation for Sustainable Packaging» (CRISP) und verfolgt das Ziel, ein umfassendes Kreislaufrecycling von Lebensmittelverpackungen aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) aus Haushaltsabfällen aufzubauen.
Neben Amcor sind weitere Lebensmittelhersteller sowie Abfallwirtschaftsspezialisten an dem Projekt beteiligt. Der Fokus liegt auf der Entwicklung funktionierender Recyclingstrukturen für Post-Consumer-Kunststoffe mit Lebensmittelkontakt.
Technisches Know-how aus bestehenden Anlagen
Amcor bringt Recycling- und Materialkompetenz aus seiner CleanStream-Anlage im britischen Leamington Spa sowie aus der Verpackungsproduktion in Randers, Dänemark, in das Projekt ein. Ziel ist es, Erfahrungen aus der Verarbeitung und Gestaltung von Lebensmittelverpackungen aus recycelten Kunststoffen systematisch in das CRISP-Projekt zu übertragen.
In Grossbritannien ist die Anlage in Leamington Spa laut Unternehmen in der Lage, fast 40 Prozent der britischen PP-Abfälle aus privaten Recyclingbehältern zu recyceln. Die eingesetzte Technologie ist für den Einsatz innerhalb bestehender Abfallwirtschaftsstrukturen ausgelegt.
Bezug zu EU-Regulierung und PPWR
Das Projekt ist vor dem Hintergrund der europäischen Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft angesiedelt. Die EU strebt bis 2030 eine Kunststoffrecyclingquote von 55 Prozent an. Parallel dazu sieht die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) vor, dass die meisten Kunststoffverpackungen bis 2030 so gestaltet sein müssen, dass sie effektiv recycelbar sind.
Christian Bruno, F&E-Direktor für Nordosteuropa bei Amcor, sagte: «Nachhaltige Herausforderungen erfordern die Zusammenarbeit der Industrie, und diese Partnerschaft wird zeigen, was erreicht werden kann, wenn die Lieferkette zusammenarbeitet». Er ergänzte: «Wir sind stolz darauf, Teil eines Projekts zu sein, das potenziell erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt in Dänemark haben und weltweit neue Standards setzen könnte».
Rückverfolgbarkeit und lebensmitteltaugliche Rezyklate
Ein weiterer Schwerpunkt der CRISP-Partnerschaft liegt auf der dokumentierten Rückverfolgbarkeit von Materialien mit Lebensmittelkontakt im Recyclingkreislauf. Ziel ist der Aufbau eines vollständig zirkulären Marktes für rHDPE- und rPP-Verpackungen aus Post-Consumer-Quellen.
Christian Bruno fügte hinzu: «Das langfristige Ziel ist es, Kreisläufe für Kunststoffverpackungen für Lebensmittel zu etablieren, die den Gestaltungsrichtlinien der PPWR entsprechen. Die Ziele der EU treiben diese Branche zu neuen Höhen; das Projekt wird ein starkes Geschäftsmodell für die gesamte Wertschöpfungskette schaffen, mit einer verbesserten Rückverfolgbarkeit von Materialien mit Lebensmittelkontakt im Recyclingsystem».
Einbindung in das dänische EPR-System
Das Projekt steht im Einklang mit dem dänischen System der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR). Dieses verpflichtet Hersteller, für die von ihnen in Verkehr gebrachten Verpackungen zu zahlen, und setzt zugleich finanzielle Anreize für eine nachhaltigere Produktgestaltung und Materialwahl.
Per Sigaard Christensen, Business Manager beim Dänischen Technologischen Institut, sagte: «Wir freuen uns sehr, dieses hochkompetente und innovative Konsortium zusammenzubringen. Dieses dreijährige Projekt hat das Potenzial, einen klaren Weg zum Kreislaufrecycling von PE- und PP-Lebensmittelverpackungen aufzuzeigen».