Am 22. Mai 2026 fand die Mitgliederversammlung des Schweizerischen Verpackungsinstituts SVI mit 28 Teilnehmenden, davon 18 Stimmberechtigte, im Hotel Olten statt. Bereits während des Eintreffens bot ein Frühstücks- und Brunchangebot Raum für persönlichen Austausch, der die Diskussionen im Plenum begleitete.
Präsidium und Vorstand: Leischners erstes Jahr
Tobias Leischner eröffnete den Vormittag und blickte auf sein erstes Jahr als SVI-Präsident zurück, in das er im Mai 2025 gewählt worden war. Er berichtete von Erneuerungen im Vorstand, in dem neue Mitglieder aus unterschiedlichen Bereichen der Verpackungswelt Verantwortung übernehmen, und dankte seinem Vorgänger Philippe Dubois sowie Geschäftsleiter Andreas Zopfi, dem Leiter der SVI Academy, und Backoffice-Verantwortlichem Andreas Hari für deren Einsatz.
Der Vorstand des Schweizerischen Verpackungsinstituts SVI hat sich nach den Neuwahlen an der 62. ordentlichen Mitgliederversammlung vom 16. Mai 2025 organisatorisch neu aufgestellt und seine Rollen geschärft. Mit der Wahl von vier neuen Mitgliedern sowie der einstimmigen Wahl von Tobias Leischner zum Präsidenten verfügt das Gremium über ein deutlich erweitertes fachliches und unternehmerisches Fundament und vereint zentrale Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Markenartiklern und Detailhandel über Verpackungshersteller bis hin zu Dienstleistung und Markenführung.
Geschäftsbericht 2025: Mitgliederbefragung und Prioritäten
Im Anschluss stellte Geschäftsführer Andreas Zopfi den Geschäftsbericht 2025 vor, der an alle Anwesenden abgegeben wurde und online als PDF verfügbar ist. Statt Zahlenkolonnen standen persönliche Einblicke im Vordergrund, unter anderem zu einer Mitgliederbefragung, in der die SVI Academy als wichtigste Priorität der Mitglieder bestätigt wurde, während die Joint Industry Group JIG aufgrund ihrer bislang geringen Bekanntheit überraschend auf dem letzten Platz rangierte.
Zopfi schilderte zudem, dass der Umzug des SVI von Bern nach Olten dank besserer Erreichbarkeit und geringerer Raumkosten positive Effekte auf die Geschäftstätigkeit hatte, gleichzeitig aber die Akquise von Teilnehmenden für Kurse anspruchsvoller geworden ist. Als Gründe nannte er Generationenwandel, steigende Erwartungen an Formate und Inhalte sowie die angespannte Wirtschaftslage, die Weiterbildungsbudgets unter Druck setzt.
Swiss Packaging Award 2026: Einreichung und Sichtbarkeit
Ein zentrales Thema im Geschäftsbericht war der Swiss Packaging Award, den das SVI jährlich ausschreibt. 2025 wurden lediglich 32 Verpackungslösungen eingereicht – ein Wert, der intern zu Diskussionen geführt hat und die Frage aufwarf, wie noch mehr Unternehmen zur Teilnahme motiviert werden können.
Gleichzeitig läuft bereits die Einreichungsphase für den Swiss Packaging Award 2026, bei dem präzisere Kriterien und klarere Bewertungsstrukturen für Transparenz und Fairness sorgen sollen. Unternehmen können ihre Lösungen seit Anfang März bis Mitte Mai 2026 in mehreren Kategorien – unter anderem Nachhaltigkeit, Convenience, Design, Marketing, Technik/Konstruktion/Maschinensysteme und Mehrwegverpackungen/-systeme – anmelden; die Preisverleihung im September 2026 macht die Innovationskraft der Schweizer Verpackungsindustrie sichtbar.
JIG: Packaging Safety im Fokus
Einen weiteren Schwerpunkt setzte Zopfi auf die Reaktivierung der Joint Industry Group JIG, dem unter dem Dach des SVI organisierten Kompetenzzentrum für sichere Verpackungen. Die JIG bündelt entlang der Wertschöpfungskette Know-how zu Konformität, Selbstkontrolle und Risikomanagement und entwickelt praxisnahe Hilfsmittel wie Checklisten und Guidelines, um Unternehmen bei ihrer Konformitätsarbeit zu unterstützen.
Finanziert wird die JIG durch Supporter- und Projektbeiträge; mit einer persönlichen Mitgliedschaft können Fachleute direkt mitarbeiten und eigene Fragestellungen einbringen. Ziel ist es, gemeinsam Branchenstandards für Verpackungssicherheit zu etablieren und damit auch gegenüber Behörden und Vollzug mehr Klarheit zu schaffen, sodass regulatorische Anforderungen praxisnah umgesetzt werden können.
Aus- und Weiterbildung: Packaging Manager und neue Formate
Im Bildungsteil des Berichts erläuterte Zopfi die Überarbeitung des Studiengangs Packaging Manager mit eidgenössischem Fachausweis, an der 13 Fachleute aus allen Packstoff-Bereichen mitarbeiten. Die Vielfalt an Materialien erfordere ein breit aufgestelltes Gremium, um die Kompetenzen für Packaging Manager von morgen realitätsnah zu definieren; die neue Studienordnung sei schliesslich zur Zufriedenheit sowohl des SVI als auch des SBFI verabschiedet worden und stelle die Ausbildung zukunftsfähig auf.
Neben dem Packaging Manager ging Zopfi auf weitere Seminare und Weiterbildungsangebote ein, die das SVI plant und umsetzt. Mit Aussagen wie «Ausbildung macht Spass» und «Wir passen uns an» unterstrich er den Anspruch, Weiterbildung attraktiv und zeitgemäss zu gestalten – mit neuen Formaten, Kanälen und Hilfsmitteln wie dem dreisprachigen Verpackungslexikon, das Wissen bündelt und das Networking in der Branche fördert.
Partnernetzwerk, öffentliche Wahrnehmung und Finanzen
Gegen Ende seines Vortrags dankte der Geschäftsführer den zahlreichen Partnern des SVI – von Swiss Recycle über die Berner Fachhochschule bis zu Messe- und Eventpartnern wie Empack und Verpackungs-Event. Besonders hervor hob er die Zusammenarbeit mit Job Talente und Branchenkenner Rolf Eicher, der als Dozent der SVI Academy und Recruiter die Bedürfnisse der Arbeitgeber und Kandidaten genau kennt.
Zopfi zeigte sich erfreut darüber, dass sich das öffentliche Bild der Verpackung verbessert und Medien – bis hin zu Gameshows – vermehrt die Expertise des SVI suchen. Im politischen Umfeld bleibt die Swiss-Packaging-Award-Broschüre, die jährlich in der Sommersession an National- und Ständeräte verteilt wird, ein wichtiges Instrument, um aktuelle Verpackungsinnovationen und deren Mehrwert sichtbar zu machen. Es setze sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, «ohne Verpackungs geht's nicht!», so Zopfi
Die Versammlung nahm den Finanzteil des Jahresberichts nach kurzer Fragerunde an; 2025 schloss das SVI mit einem Gewinn und gestärktem Eigenkapital ab. Im Anschluss wurde das Budget diskutiert und die Revisionsstelle OBT Bern von den Mitgliedern für ein weiteres Jahr bestätigt.
Impulsreferat PluSport und Abschluss der Versammlung
Zum Abschluss der inhaltlichen Traktanden sprach Joachim Rütlisberger von Plu Sport Behindertensport Schweiz, der aufgrund einer körperlichen Behinderung Verpackungen häufig nur schwer öffnen kann. Er sensibilisierte die Teilnehmenden dafür, Barrierefreiheit bei Verpackungen mitzudenken und plädierte dafür, Menschen mit Behinderung nicht als Problem, sondern als Partner bei der Suche nach Lösungen zu sehen.
Die nächste SVI-Mitgliederversammlung wurde auf den 21. Mai 2027 terminiert. Um zwölf Uhr endete die Veranstaltung offiziell – der gemeinsame Brunch bot bis zuletzt Gelegenheit, Geschäftsberichte, Strategiefragen, Innovationsthemen und Inklusion im persönlichen Gespräch zu vertiefen und Netzwerke in der Schweizer Verpackungsindustrie zu stärken.