Der Wandel zu nachhaltigeren Verpackungslösungen ist in vollem Gange. In der Lebensmittelindustrie sind praxistaugliche Komplettlösungen gefragt. Poly- clip System, weltweiter Anbieter im Bereich der Clipverschluss-Systeme, zeigte an der Interpack im Mai 2026 mit seiner Lösung Net-Pak und dem passenden neuentwickelten Somi-Netzclipper ein zertifiziertes System, das Wirtschaftlichkeit und mehr Umweltschonung vereint. Dabei eignet es sich für eine ganze Bandbreite an Produkten in verschiedenen Grössen und Formen – von Obst über Gemüse bis hin zu Hülsenfrüchten und noch viel mehr. Kern der Lösung sind:
❱ Net-Pak: aus industriell kompostierbaren Bestandteilen Die innovative Netzverpackungslösung Net-Pak besteht aus Bio-Clips, Bio-Netzen sowie Bio-Labels und wird durch die passende Clip-Maschine ergänzt. Alle Komponenten des Net-Pak-Systems sind biologisch abbaubar, bestätigt durch verschiedene Zertifikate. Die Bio-Clips stehen in mehreren Grössen und Farben (Weiss, Grün, Blau) zur Verfügung und können auf grossen oder kleinen Spulen angeliefert werden. Zusammen mit den Netzen und Labeln entsteht ein geschlossenes Ökosystem. Die hohe Reissfestigkeit der Netze und die stabile Clipqualität sichern eine präzise Verarbeitung und einen gleichmässigen Durchsatz an der Maschine – das sorgt für hohe Zuverlässigkeit im Produktionsprozess.
❱ Netzclipper Somi: Innovativer DC-N3-600-Clipkopf Angewendet auf dem neuen Netzclipper Somi, erreicht das Net-Pak-System eine hohe Leistungsfähigkeit. Die in Kooperation mit dem spanischen Maschinenbauer Damarc Agrobotic entwickelte Maschine verarbeitet Produkte mit einem Gewicht zwischen 150 und 800 Gramm und verschliesst bis zu 30 Beutel pro Minute. Durch seine kompakte Bauweise benötigt der Netzclipper nur wenig Stellfläche und verfügt über einen automatischen Netzrohr- Wechsel, der einen reibungslosen Produktionsfluss unterstützt. Mit seinem innovativen Clipkopf DC N3 600 wird der Netzclipper erstmals im Rahmen eines vorwiegend industriell kompostierbaren Systems eingesetzt. Da er der gängigen Standardgrösse entspricht, lässt er sich ohne grössere Umrüstungen in bestehende Produktionslinien integrieren.
Mehr Nachhaltigkeit für Obst- und Gemüseverpackungen
Die Clipverpackung Net-Pak punktet hier im Vergleich zu herkömmlichen Verpackungen mit Folienversiegelung durch einen vergleichsweise niedrigen Energiebedarf der Maschinen sowie einen äusserst geringen Materialanteil von nur 0,5 Prozent. Gegenüber Verpackungen aus Kunststofffolien oder Kunststofftrays mit Oberfolie reduzieren die Netzverpackungen mit Clip die CO₂-Emissionen um bis zu 25 Prozent*. Die teilweise industrielle Kompostierbarkeit der eingesetzten Produkte ist ein zusätzliches Plus. Kreislauffähige Lösungen sind ein echter Gewinn im Frischebereich, wo Netzverpackungen in hohen Stückzahlen eingesetzt werden. Industriell kompostierbare Komponenten bieten hier eine zukunftsfähige Lösung, wenn sie wie das Net-Pak-System kontrolliert und zertifiziert sind und sich normgerecht verwerten lassen.
* Alle CO₂-Werte und Materialanteile basieren auf einer holistischen Nachhaltigkeitsbewertung der Endverpackungen, durchgeführt vom unabhängigen Institut Circular Analytics, Wien. Die Untersuchung erfolgte im Auftrag von Poly-clip System GmbH & Co. KG. Die Bewertung erfolgte auf Basis einer in Deutschland angenommenen Produktion und Entsorgung.
«Eine Verpackungslösung, die zuverlässig funktioniert.»
An der Interpack führte «Verpackungs-Industrie» ein Interview mit Omar Olivas, Head of Business Unit Net-Pak bei Polyclip System, über die Stärken und Anwendungsbereiche des Systems, das bereits in der Schweizer Lebensmittelindustrie angekommen ist.
Welche Anforderungen aus dem Markt standen bei der Entwicklung des Net-Pak-Systems im Vordergrund und worin liegt der grösste Mehrwert gegenüber herkömmlichen Verpackungslösungen?
Omar Olivas: Unsere Kunden suchen heute Verpackungslösungen, die nachhaltiger sind und gleichzeitig hohe Anforderungen an Effizienz, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit erfüllen. Genau hier setzt Net-Pak an.
Wir verstehen Verpackung nicht als Summe einzelner Komponenten, sondern als ein aufeinander abgestimmtes Gesamtsystem. Deshalb haben wir eine Lösung entwickelt, bei der Clip, Netz, Label und Maschine optimal zusammenarbeiten. Das sorgt für zuverlässige Verarbeitung, hohe Prozessstabilität und eine einfache Integration in bestehende Produktionslinien.
Nachhaltigkeit entscheidet sich aus unserer Sicht nicht allein am eingesetzten Material. Entscheidend ist die Gesamteffizienz des Verpackungssystems, also Materialeinsatz, Energieverbrauch und Leistungsfähigkeit im industriellen Einsatz. Genau darin liegt der zentrale Mehrwert von Net-Pak.
Für welche Obst- und Gemüseprodukte eignet sich Net-Pak besonders und welche Vorteile bietet das System im täglichen Einsatz?
Net-Pak eignet sich für eine Vielzahl unterschiedlicher Obst-, Gemüse- und weiterer Frischeprodukte. Typische Anwendungen sind beispielsweise Zwiebeln, Kartoffeln, Zitrusfrüchte, Avocados oder Knoblauch. Auch Hülsenfrüchte und weitere Produkte lassen sich effizient und produktschonend verpacken.
Für unsere Kunden zählt im täglichen Betrieb vor allem eines: eine Verpackungslösung, die zuverlässig funktioniert. Das abgestimmte Zusammenspiel aller Systemkomponenten gewährleistet hohe Prozesssicherheit, einen gleichmässigen Produktionsablauf und eine konstant hohe Verpackungsqualität.
Für sehr empfindliche, weiche oder nicht netzfähige Produkte prüfen wir jeweils produktspezifisch, welche Verpackungslösung am besten geeignet ist, und wählen aus unserem Maschinenportfolio die passende Technologie aus. Ready- to-eat-Produkte oder auch Beeren in Kartons lassen sich beispielsweise mit unseren Handclippern sicher verschliessen. Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Aktuell testen wir eine neue Horizontalmaschine für weitere empfindliche Frischeprodukte. Damit wollen wir unser Lösungsportfolio künftig gezielt um zusätzliche Anwendungen erweitern.
Das Net-Pak-System besteht aus biologisch abbaubaren und industriell kompostierbaren Komponenten. Welche Bedeutung hat dieser Aspekt für Ihr Verpackungskonzept?
Die biologische Abbaubarkeit und die industrielle Kompostierbarkeit sind wichtige Bausteine unseres Verpackungskonzepts, aber nicht die einzigen. Nachhaltigkeit muss sich in der industriellen Praxis bewähren und wirtschaftlich funktionieren. Nur dann kann sie sich langfristig am Markt etablieren. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Zertifizierung der verwendeten Materialien. Sie gibt unseren Kunden die Sicherheit, dass die industriell kompostierbaren Komponenten definierte Standards erfüllen und entsprechend geprüft wurden. Gleichzeitig gilt: Die tatsächliche Verwertung hängt von den jeweiligen regionalen Entsorgungsstrukturen und den geltenden gesetzlichen Vorgaben ab.
Unser Anspruch ist es deshalb, Verpackungslösungen zu entwickeln, die sowohl den Anforderungen moderner Produktionsprozesse als auch den steigenden Erwartungen an nachhaltige Verpackungskonzepte gerecht werden. Mit Net-Pak bieten wir hierfür ein zertifiziertes System, das ökologische Verantwortung und industrielle Praxistauglichkeit sinnvoll miteinander verbindet.
Welche Bedeutung hat der Schweizer Markt für Poly-clip System und wie betreuen Sie Kunden vor Ort?
Die Schweiz ist für Poly-clip System ein wichtiger Markt mit einer leistungsstarken Lebensmittelindustrie und hohen Anforderungen an Qualität, Effizienz und nachhaltige Verpackungslösungen. Gerade diese Anforderungen passen sehr gut zu unserem Verständnis von zukunftsfähigen Verpackungssystemen.
Unsere Kunden betreuen wir gemeinsam mit unserem langjährigen Vertriebspartner Neumeyer AG (Lengnau, AG), der Teil unseres internationalen Vertriebsnetzwerks ist. Dadurch profitieren Schweizer Unternehmen von persönlicher Betreuung, kurzen Reaktionszeiten und direktem Zugang zu unserem technischen Know-how.
Wir beobachten auch in der Schweiz ein wachsendes Interesse an Verpackungslösungen, die ökologische Anforderungen mit wirtschaftlicher Effizienz verbinden. Dass sich unser Net-Pak-System bereits in der Praxis bewährt, zeigt sich auch im Schweizer Einzelhandel: So werden beispielsweise in den Supermärkten Migros und Aligro verschiedene Frischeprodukte wie Avocados, Limetten oder Passionsfrüchte bereits in Net-Pak-Verpackungen angeboten. Gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten wir daran, das Einsatzspektrum von Net-Pak kontinuierlich zu erweitern.